Mehr Lebensqualität!

Wir übernehmen für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der medizinischen Informationen in dem nachfolgenden Beitrag oder deren Geeignetheit für bestimmte Verwendungszwecke keinerlei Gewähr. Die medizinischen Informationen in dem Beitrag stellen lediglich allgemeine Ausführungen dar, jedoch keine patientenbezogene Beratung. Sie sind daher kein Ersatz für die Beratung durch einen Arzt und können auch nicht dazu dienen, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. nicht zu beginnen. Sie stellen auch keine Aufforderung oder Empfehlung zur Selbstbehandlung oder Selbsterkennung einer Krankheit oder eines anderen Leidens oder zur Nutzung oder Nichtnutzung bestimmter Arzneimittel oder Arzneimittelwirkstoffe dar.

Es klingt einfacher, als es manchmal ist: Trotz einer chronischen Erkrankung aktiv bleiben, sein Leben genießen und nach den eigenen Wünschen gestalten. Wie soll das funktionieren, wenn die Schmerzen doch den ganzen Tagesablauf diktieren und man kaum an etwas anderes denken kann? Vorab gesagt: Auch wir können Ihnen kein Patentrezept an die Hand geben. Doch wir möchten Ihnen einige Strategien vermitteln, wie Sie Ihre Schmerzen in die Schranken weisen und wieder mehr Lebensfreude gewinnen können.

 

Den Schmerz akzeptieren

„Wenn diese fürchterlichen Rückenschmerzen endlich nachlassen, kann ich auch wieder mehr unternehmen!" Dieser Satz ist verständlich, aber wenig hilfreich. Denn während Sie auf Besserung warten, entgeht Ihnen vieles: Kontakte zu Freunden und Familie, gemeinsame Unternehmungen, sportliche Betätigung, die Ihrer Wirbelsäule, Ihren Muskeln und Gelenken gut tut. Besser ist es zu sagen: „Ich möchte trotz meiner Schmerzen viel aus meinem Leben machen. Viele Dinge, die mir früher Freude gemacht haben, kann ich weiterhin ausüben – vor allem möchte ich den Kontakt zu meinen Mitmenschen nicht verlieren und den Schmerz nicht mein Leben beherrschen lassen. Wenn die Schmerzen sich nach und nach bessern, freue ich mich natürlich!"

 

Wissen, womit Sie es zu tun haben

Viele Menschen, die an einer chronischen Erkrankung leiden, berichten über ständige Ängste: Was, wenn die Krankheit unaufhaltsam fortschreitet, ich mich irgendwann gar nicht mehr bewegen kann? Wie soll ich finanziell über die Runden kommen, wenn ich eines Tages meinen Beruf nicht mehr ausüben kann? Wer weiß, vielleicht steckt doch eine noch schlimmere Erkrankung dahinter, die man bisher noch nicht festgestellt hat? Diese Menschen stecken fest in einem Teufelskreis aus Schmerz und Angst: Die Schmerzen verschlimmern die Ängste, diese wiederum führen zu immer stärkerer Selbstbeobachtung, Konzentration auf die Schmerzen und zunehmenden Verspannungen der Muskulatur. Was hilft? Zunächst sollten Sie sich gründlich über Ihre Erkrankung informieren. Welche Diagnose wurde gestellt? Ihr Hausarzt oder Facharzt wird Ihnen gerne zur Seite stehen, vielleicht kann er Ihnen auch Informationsmaterial mitgeben. Optimal ist es, an einem Patientenseminar zu Ihrer Erkrankung teilzunehmen. Hier haben Sie die Gelegenheit, Neues zu erfahren, Fragen zu stellen und Gleichgesinnte zu treffen. Auch das Internet bietet viele Informationsquellen, doch ist hier etwas Vorsicht geboten: Nicht alle Texte, die auf privaten Webseiten und in Foren veröffentlicht werden, basieren auf medizinischen Fakten.

Wenn Sie über Ihre Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten besser Bescheid wissen, nimmt Ihnen das wahrscheinlich schon einige Ihrer Ängste. Sie können dann aktiver und optimistischer Ihr Leben gestalten. Falls Sie jedoch immer wieder Angst und Sorgen verspüren, mit dem Grübeln manchmal gar nicht mehr aufhören können, kann es notwendig und sinnvoll sein, sich psychologische Unterstützung zu holen. Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gerne auch an uns wenden.

 

Herausfinden, was Ihnen gut tut

Wann geht es Ihnen so richtig gut? Beim Stadtbummel mit der besten Freundin, beim Lesen eines spannenden Romans, beim Toben mit den Enkelkindern? Erinnern Sie sich an eine Situation, in der Sie sich rundum wohlgefühlt haben. Vermutlich werden Sie feststellen, dass Sie zu diesem Zeitpunkt keine Schmerzen empfunden haben. Ihr Gehirn war zu sehr mit der positiven Aktivität beschäftigt, um sich auf den Schmerz zu konzentrieren! Es klingt vielleicht trivial, aber diesen Trick sollten Sie sich so oft es geht zunutze machen. Denn je länger die Phasen werden, in denen wir uns nicht auf die Schmerzen konzentrieren, desto schneller gelingt es, unser „Schmerzgedächtnis" zu überschreiben und Platz für neue, positive Gedanken und Gefühle zu schaffen.

 

Sie müssen nicht perfekt sein!

In unserer Arbeit mit Schmerzpatienten stellen wir immer wieder fest, dass viele von Ihnen sich eine ganze Menge zumuten: Am Arbeitsplatz immer volle Leistung bringen, nebenbei noch den Haushalt alleine erledigen und die Kinder oder pflegebedürftige Familienangehörige versorgen. Zeit für Erholung und Entspannung bleibt da kaum. Dass dies Ihrem Körper und Ihrer Seele auf Dauer schadet, können Sie sich bestimmt vorstellen. Schwieriger wird es schon, wenn Sie dann konkret etwas ändern möchten. Wie denn? Der Chef, der Mann, die Kinder, die Freundin – alle brauchen Sie und sind sicher enttäuscht, wenn Sie plötzlich nicht mehr jederzeit zur Verfügung stehen. Aber sehen Sie es doch auch mal aus einer anderen Perspektive: Wer auch mal abschalten darf, sich wohlverdiente Pausen gönnt, ist danach wieder mit vollem Elan dabei, ist ausgeglichener und nicht so schnell gereizt und erschöpft. Am Ende haben alle etwas davon, wenn Sie auch mal an sich denken. Und wie kann das aussehen? Führen Sie ein paar Tage oder Wochen lang Protokoll darüber, wie Ihr Tagesablauf aussieht. Wie viel Zeit verbringen Sie mit Arbeiten, Haushalt, Besorgungen, Telefonaten, wie viele Stunden schlafen Sie nachts? Seien Sie dabei so genau wie möglich. Erst wenn Sie schwarz auf weiß vor sich sehen, wie sich ihr Tag aufteilt, können Sie überlegen, an welchen Stellen Sie Abstriche machen und sich selbst Freiräume schaffen können. Vielleicht können Sie im Haushalt einige Bereiche etwas lockerer angehen. Oder können Familienangehörige sie etwas mehr unterstützen? Auch im Job kann ein klärendes Gespräch mit dem Chef oder den Kollegen helfen, Aufgaben fairer zu verteilen und Abläufe zu optimieren. Aber bitte beachten Sie: Nur wenn Sie wissen, was Sie verändern und erreichen möchten, wird Ihnen die Umsetzung gelingen!